Home Tipps Allgemein Leistungsdiagnostik für Freizeitsportler
Tipps
Leistungsdiagnostik für Freizeitsportler PDF Drucken E-Mail

Viele wundern sich warum wir als Mountainbike-Schule eine Praxis für Kardiologie und Leistungsdiagnostik als Partner haben. NEIN - wir wollen uns nicht auf Bundesliga-Fahrer und Weltcup-Profis spezialisieren... im Gegenteil: wir sind der Überzeugung, dass auch und gerade für Freizeitsportler, die sich ein grösseres Ziel ausgesucht haben, eine sportmedizinische Untersuchung mit Leistungsdiagnostik Sinn macht.

Warum?
Wer eine Alpenüberquerung oder einen Mountainbike-Marathon in Angriff nehmen will, setzt sich kein kleines Ziel. Für solche Projekte ist eine monatelange und systematische Vorbereitung notwendig.

 

Zu so einer Vorbereitung gehört eine ordentlich sportmedzinische Untersuchung, schließlich hat man nur ein Herz. Da hilft der ganze Trainingsehrgeiz wenig, wenn das schlapp macht. Und so eine Untersuchung gibts nun eben mal nicht im Fitness-Studio. Und gerade wer nach Jahren mit wenig oder ohne Sport wieder anfängt, hat kaum Referenzwerte um Belastungen beurteilen zu können. Oftmals wird die Erschöpfung unterschätzt und dahinter verbergen sich ernsthafte Herz-Kreislauf-Probleme. Aber woher soll man das wissen, wenn man bisher noch kein Gespür für Trainingsbelastung und zugehörige Erschöpfung entwickelt hat.

Und zu dieser Vorbereitung gehört ein effektives Training genauso wie gutes Material und eine ordentliche Fahrtechnik. Rumrollen ohne den gewünschten Fortschritt kann schließlich jeder.

Nun gibt es ja für solche Ziele Trainingspläne in rauhen Mengen. Jede Bikezeitschrift veröffentlicht mindestens einmal im Jahr ein Special nach dem Motto "one size fits all". Und meist sind die Pläne ganz ordentlich, zumindest wenn man sie zu interpretieren weiß und wenn man weiß an welcher Schraube man drehen muß oder darf, um sie auf die eigenen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zurecht zu schneiden.

Alle diese Pläne haben eins gemeinsam: sie basieren auf der Trainingssteuerung mittels Herzfrequenz (HF) oder besser gesagt anhand von Herzfrequenz-Bereichen. Diese Bereiche müssen bestimmt werden. Und es ist eben nicht egal wie sie bestimmt werden.

1. Die 220 - Lebensalter - Formel: funktioniert nicht und ist schlicht weg falsch. Bitte VERGESSEN - egal wer euch was anderes erzählt. (Irgendwann dazu vielleicht mehr...)

2. Die Karvonenformel: funktioniert für Freizeitsportler aus meiner Erfahrung ganz ordentlich. Man benötigt dazu Ruhepuls und Maximalpuls. Und der Maximalpuls hat zwei kleine Haken. Für Untrainierte ist eine unkontrollierte Ausbelastung gefährlich und man braucht eine gehörige Motivation und viele Trainings-/Wettkampferfahrung um den Maximalpuls überhaupt auszureizen.

3. Feldtest: Feldtests funktionieren prima. Aber Feldtests müssen beurteilt und ausgewertet werden. Dazu braucht man einen Trainer oder selbst viele Erfahrungswerte. Und Feldtests müssen sorgfältig ausgeführt werden, sonst sind die Ergebnisse nichts wert, gar nichts.

4. Laktatstufen-Tests und Leistungsdiagnostiken: Eigentlich sind sie optimal. Reproduzierbar anhand von festgelegten Protokollen. Wissenschaftlich fundiert und die Durchführung erfolgt unter Aufsicht eines Mediziners oder Sportwissenschaftlers. Und die HF-Bereiche sind absolut individuell und orientieren sich an der aktuellen Leistungsfähigkeit des Sportlers. Schlagwort anaerobe Schwelle - wem der Begriff was sagt.

Leider heißt es immer solche Diagnostiken sind teuer. Stimmt. 200 Euro sind kein Pappenstiel. Aber überlegt mal wieviel ihr für euren Pulsmesser und all die anderen Trainings-Spielzeuge ausgegeben habt. Und die sind nix wert, wenn man seine HF-Bereiche nicht kennt. Außer schöne Zahlen anzuzeigen können die nämlich dann nicht viel.