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Kartenarbeit für die Transalp PDF Drucken E-Mail

Jetzt ist Ende April, bei vielen steht bereits fest, ob und wohin die Transalp dieses Jahr gehen soll. Und jetzt wird es auch langsam Zeit mit der Kartenarbeit für das große Projekt zu beginnen.

Bei vielen Gruppen ist es inzwischen zum Standard geworden sich vom Navi durch die Alpen leiten zu lassen. Solang das Gerät uneingeschränkt funktioniert bestimmt eine super Sache - die ich auch gern benutze... nur leider kommt man aus meiner Sicht an der Karte nicht vorbei.

Denn das Navigations-Gerät hat einige Haken:

- Abstürze elektronischer genauso wie physikalischer Art den Hang hinunter
- leere Batterien mitten in den Hochalpen
- versehentlich gelöschte Tracks
- Empfangs-Störungen
und und und.....

Deshalb appeliere ich an alle Alpenüberquerer wie in guten alten Zeiten Kartenmaterial mit zu nehmen. Hierzu einige Gedanken und Tipps von meiner Seite:

Stanciu empfiehlt in seinem "Traumtouren Transalp" die klassischen Karten von Kompass, dem Bay. Landesvermessungsamt, Freytag & Berndt bzw. Tabacco im Maßstab 1:50.000 mitzunehmen. Bei bis zu zwölf Karten wünsch ich da viel Spaß. Und aus meiner Sicht reicht es trotzdem nicht.

1. Mit den Karten im Maßstab 1:50.000 wird die Route geplant und ausgearbeitet. Die Routenabschnitte selbst kann man dann auf ein bis zwei DIN4-Blätter pro Karte kopieren. Mehr braucht man pro Karteblatt meist ohnehin nicht (manchmal noch weniger) und die kopierten Ausschnitte reichen in der Regel, um sich vernünftig zu orientieren. Man nimmt nicht die Originalkarte mit sondern nur die Kopien - das spart Gewicht und schont die Originalkarten. Bei mir ging schon so manche teure Karte im Regenschauer zu Grunde.

2. Erfahrungsgemäss sollte man sich noch eine Karte bzw. die entsprechenden Ausschnitte im Maßstab 1:200.000 bis 1:500.000 vorbereiten. Sie dienen zur Groborientierung und leisten gute Dieste, wenn man aus irgendwelchen Gründen auf die Straße ausweichen, Umwege fahren oder abbrechen muss. Um solche Flächen sinnvoll mit den topographischen Karten abzudecken, müsste man sonst wieder alle Originale + 5-6 angrenzende Kartenblätter einpacken. 

3. Besonders bei unübersichtlichen Geländeabschnitten hat es sich bewährt, die Bereiche, die sich bereits beim Kartenstudium als sehr unübersichtlich erweisen mit Kartenmaterial im Maßstab 1:25.000 (bei digitalen Vorlagen gehts auch mittels Zoom) weiter aufzubereiten. Das sind beispielsweise Almen, auf denen sich zahlreiche Wanderwege kreuzen oder Abfahrten im alpinen Gelände, bei denen man auf detailierte Höhenlinien angewiesen ist um die Abzweigungen nicht zu verpassen.

4. Ortsdurchfahrten lassen sich mit topografischen Karten nur schwer meistern. Hier funktionieren Ausdrucke aus "Google Maps" oder Ortskarten deutlich besser. Schließlich orientiert man sich innerorts vorrangig an den Straßennamen und nicht an Höhenlinien oder Himmelsrichtungen. Wer sich mal in einem italenischen Dorf auf der Suche nach dem richtigen Feldweg verfahren hat, weiß wovon ich rede...

5. Entscheidend ist die Aufarbeitung des Kartenmaterials:
- Tourenabschnitte unterteilen und ans Roadbook anpassen
- markante Roadbookstellen in der Karte markieren
- die Strecke sauber übertragen und Ausweichrouten einzeichnen
- die Karten durchgängig nummerieren und systematisieren, sonst herrscht spätestens am zweiten Abend Chaos im Folienetui

Viel Spaß bei eurer Transalp und mal ganz ehrlich - am Schönsten ist doch das Planen Wink