Home Tipps Allgemein Winterzeit ist Tuning-Zeit
Tipps
Winterzeit ist Tuning-Zeit PDF Drucken E-Mail

Bike-Tuning - das Lieblingsthema auf Tour und beim Feierabend-Bier nach der Tour. Und jetzt wo Weihnachten vor der Tür steht und die Versender mit Angeboten locken, ist die Versuchung groß, zuzuschlagen und das Sportgerät weiter zu optimieren. Passend dazu von mir ein paar Tipps für sinnvolles Tuning aus meiner Sicht:

1. Tuning bitte nur, wenn's nicht auf Kosten der Performance geht. Ich hatte mal so nen Typen mit auf Tour, der hat mir bergauf erzählt, daß er über die neuen Bremsbeläge in seiner Scheibenbremse 7g gespart hat. Bergab musste er dann alle schweren Stellen schieben - 7g futsch - Bremspunkt futsch - Spaß futsch...

2. Gewichtstuning ist super. Noch besser ist, sich statt seines Bikes auf die Waage zu stellen, da sind in der Regel locker Tuning-Möglichkeiten im Kilobereich drin - soviel holt man mit Titanschrauben nie raus. Einzig und allein entscheidend für die Performance ist das Gesamtgewichts.

3. Wie wärs mal mit Tuning in die Gegenrichtung. Ergonomisch statt leicht. Optimale Energieübertragung statt maximaler Gewichtseinsparung. Beste Federungs- und Bremsperformance für den jeweiligen Einsatzzweck. Das Mehrgewicht stört euch nach zahllosen Höhenmetern und zig ruppigen Abfahrten nicht mehr, weil ihr effektiver und entspannter unterwegs seid.

Schauen wir uns mal einzelne Bereiche näher an:

4. Sattel + Stütze: Carbon-Stützen schlagen oftmals nur ein Loch in den Geldbeutel, echter Gewichtsvorteil in vielen Fällen Fehlanzeige. Klemmschrauben statt Schnellspanner sollte nur einsetzen, wer sich sicher ist, daß er nie wirklich schwere Abfahrten fahren will. Den Sattel immer mit Inbus zu verstellen nervt auf Dauer - vor allem die Mitfahrer. Beim Sattel selbst ist jedes Gramm Einsparung erlaubt, solang es bequem bleibt. Ich kenn Fahrer, die sich auf blanken Carbon wohler fühlen als auf Gel-Sätteln.

5. Leichte und steife Kurbeln zu finden ist komplex und teuer, weil die Durchbiegung des Innenlagers immer mitspielt. Wer hier auf Nummer sicher gehen will bleibt bei den bekannten Marken. Die werden mit jedem Preis-Sprung leichter und zugleich steifer, weil aufwändiger gearbeitet. Einfach auf Hype-Carbon-Teile zu setzen macht nur bei sehr leichten Fahrern uneingeschränkt Sinn.

6. Auch bei den Pedalen kann man ordentlich Gewicht sparen. Aber bitte denkt dran, entscheidend ist das Systemgewicht.
- leichte Pedale + leichte Schuhe -> super!
- leichte Pedale + Transalp-Stiefel -> ???
Natürlich muß man hier auch mit dem Auslösemechanismus zurecht kommen. Und das System muß fürs eigene Gewicht tauglich sein. Titanachsen haben bei Pedalen oft mal nur ein zulässiges Fahrergewicht von 80 kg.

7. Lenker + Bremsen: Hier geht Ergonomie über alles - abgesägte Lenker waren nur in den frühen 90igern inn. Ähnliches gilt für die Bremsanlage. Bremsgriffe die man nicht vernünftig betätigen kann, bringen nix. Und kleine Bremsscheiben sind vielleicht aerodynamisch oder leicht, aber auch schnell überhitzt. Nur wer hier genau weiß, was er tut, sollte überhaupt ans Tuning denken

8. Richtig Sinn macht das Gewichtsparen bei den Laufrädern -> Schlagwort: rotierende Massen. Wenn's um Laufräder geht bekommen die meisten bei hochpreisigen Systemlaufrädern leuchtende Augen. Arme fehlgeleitete Radsportjünger - nicht, daß die Teile schlecht wären, die Dinger sind super. Aber das Ganze geht auch anders - genauso stabil, genauso leicht, und deutlich wartungsfreundlicher und billiger. Gute Naben, hochwertige Felgen und dreifach konifizierte Speichen - so heißt eine günstige, transalpfreundliche und effektive Lösung.

So und jetzt ab und klaut Oma's Küchenwaage...